Ähnlich wie Kaninchen können sich Wühlmäuse sprunghaft vermehren.
Daher kommt es mancherorts in regelmäßigen Abständen zu Wühlmausplagen.
Dann können auf 1.000 m² über 100 Wühlmäuse vorkommen.
Das entspricht 1.000 Tieren pro Hektar oder zehn Wühlmäusen pro 100 m².
Wühlmaus Vorkommen:
Das Verbreitungsgebiet der Großen Wühlmaus, auch Ostschermaus genannt. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Arvicola amphibius | (Quelle: Nordelch, CC BY-SA 3.0)
Inhaltsverzeichnis
Mögliche Ursachen für Wühlmausplagen
Wann und warum genau es zu Massenvermehrungen kommt, konnte wissenschaftlich bisher nicht eindeutig geklärt werden.
In der Regel kommt dies Phänomen alle 5 bis 8 Jahre vor und hängt wahrscheinlich vorwiegend mit einem Mangel an natürlichen Feinden zusammen.
Möglicherweise liegt es zudem an einem Überangebot an Nahrung in Mastjahren, gepaart mit günstigen Wetterverhältnissen, wodurch mehr Tiere als gewöhnlich einen Winter überleben.
Denn in milden Wintern und auch unter isolierenden Schneedecken ist nämlich manchmal weiterhin eine Fortpflanzung möglich. Wühlmäuse halten wie Maulwürfe keinen Winterschlaf.
Wenn zusätzlich auch noch die Bedingungen im Frühling und Sommer günstig sind, können sich Wühlmäuse dann exponentiell vermehren.
In sogenannten „Schermausjahren“ kann es in der Landwirtschaft, in Baumschulen und im Gartenbau zu massiven Schäden kommen.
Wiesen werden unterhöhlt und müssen neu angesät werden. Junge Obstbäume und Gemüsepflanzen vertrocknen und sterben ab, nachdem ihre Wurzeln abgefressen wurden.
Manchmal verzehren die Mäuse sogar die ganzen Pflanzen und hinterlassen nur noch ein Loch im Erdboden, wie im folgenden Video zu sehen ist.
Video: Wühlmaus im Hügelbeet | Auf frischer Tat ertappt!
Um Wurzelfraß vorzubeugen, können Wühlmauskorb und Wühlmausgitter nützlich sein.
Wühlmauskörbe: Empfehlungen
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In der Regel dauert die Massenvermehrung von Wühlmäusen nur ein Jahr an.
Denn mit den Wühlmäusen vermehren sich auch deren Gegenspieler prächtig.
Hier einige Tipps, wie man Greifvögel und Raubsäuger in den Garten locken kann:
Natürliche Feinde von Wühlmäusen und Maulwürfen erkennen & ansiedeln.
Die normale Fortpflanzung
Ein Wühlmausweibchen kann pro Jahr 3 bis 4 Würfe zur Welt bringen. Einige Experten sprechen sogar von bis zu fünf Würfen (vgl. Fortmann: Wühlmäuse und Maulwürfe).
Jeder Wurf besteht normalerweise aus 2 bis 6 Jungtieren – maximal sind bis zu 10 Junge möglich (vgl. ebd.). Wühlmaus-Babys wiegen bei der Geburt rund 10 Gramm.
Die Tragzeit beträgt in der Regel 3 Wochen (20 bis 23 Tage). Die Geburt der Jungtiere findet im Erdbau in weich ausgepolsterten Nestern statt.
Beide Elterntiere kümmern sich um die Aufzucht der Jungen.
Video: Nester der Wiesenwühlmaus | In Nordamerika heimische Art
Wühlmausbabys kommen nackt, blind und taub zur Welt. Sie entwickeln sich jedoch rasch und öffnen bereits nach 8 bis 11 Tagen erstmals die Augen.
Nach 2 Wochen sind die Jungtiere selbstständig und bereits 3 Wochen nach der Geburt verlassen sie endgültig den Bau der Eltern.
Nun begeben sie sich auf die Suche nach einem eigenen Revier, was jedoch nur einem geringen Anteil auch gelingt. Denn die Jugendsterblichkeit ist bei Wühlmäusen hoch.
Video: Junge Wühlmaus hat sich verirrt.
Junge Wühlmäuse sind schon mit rund zwei Monaten geschlechtsreif.
Somit können Wühlmäuse, die im Frühjahr geboren werden, bereits im Sommer eigene Junge bekommen.
Also kann eine einzelne Wühlmausmutter pro Jahr im Optimalfall über 40 Nachkommen haben.
Die Paarungszeit
Die normale Fortpflanzungsperiode beginnt im März und endet im Oktober.
Wühlmäuse sind Einzelgänger und verteidigen ihr Gangsystem gegen Artgenossen.
Allerdings befinden sich die Reviere häufig unmittelbar nebeneinander.
Während der Paarungszeit finden sich Männchen und Weibchen jedoch zusammen, um den Nachwuchs zu zeugen und aufzuziehen.
Bei der Auswahl eines Partners sind Weibchen wählerisch. Worauf sie dabei besonderen Wert legen, ist bisher nicht erforscht.
Video: Junge Wühlmäuse
Bei einigen Mäusen hat sich gezeigt, dass Männchen – ähnlich wie Vögel – Weibchen durch ihren Gesang anlocken.
Dieser ist jedoch für Menschen in der Regel nicht hörbar, da es sich um sehr hohe Frequenzen handelt – Ultraschall mit bis zu 100 kHz.
Video: Singende Mäuse-Männchen
Daher setzen einige Gärtnerinnen auch auf Ultraschall, um Wühlmäuse zu vertreiben – mit mehr oder weniger Erfolg.
Wie es klappen kann: Wühlmausschreck richtig anwenden.
Lebenserwartung
Wühlmäuse haben generell eine ziemlich kurze Lebenserwartung. In Gefangenschaft gehaltene Wühlmäuse wurden über 4 Jahre alt.
Die meisten Wühlmäuse werden in der Natur jedoch nur ein paar Monate alt. Viele werden nicht älter als 30 Tage (vgl. Mesch: Wühlmaus und Maulwurf im Garten).
Nachdem die kritische Jugendphase überwunden wurde, beträgt die Lebensdauer in der Natur wahrscheinlich maximal 2 Jahre – durchschnittlich jedoch nur 5 Monate.
Insbesondere kalte und feuchte Perioden sind für Wühlmäuse problematisch. Die meisten Tiere überleben daher den Winter nicht.
Literaturtipps:
H. Mesch: Wühlmaus und Maulwurf im Garten. | M. Fortmann: Wühlmäuse und Maulwürfe. Erkennen, Vorbeugen, Abwehren. |
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